Gö 1 "Wolf"

ein Bau-Blog von Werner Kamphausen
Feb. 2014
Kommentare und Anmerkungen erwünscht   
 
Mein diesjähriges Winterprojekt ist der Nachbau einer Göppingen Gö-1 "Wolf" nach einem alten FMT-Plan.
Dieser Baubericht wird während des Bauens geschrieben und immer gleich veröffentlicht, ich schätze aber, es gibt mehr Bilder als Text. Also einfach immer wieder einmal reinschauen!
 

Das Original

Wolf Hirth konstruierte im Jahre 1934 das Segelflugzeug Gö 1 "Wolf". Eigentlich sollte dieses kleine Segelflugzeug von 14 Metern Spannweite ein verbessertes Grunau Baby werden. Hauptziel dieser Entwicklung war jedoch, ein übungsflugzeug mit gleichzeitiger Vollkunstflugtauglichkeit zu schaffen, was auch gelang. Der Aufbau des Rumpfes unterlag der klassischen Holzbauweise in Kastenform mit Sperrholzbeplankung. Flügel und Leitwerk waren ebenfalls in Holz-Sperrholzbauweise mit Stoffbespannung. Ein Wolf-Exemplar befindets ich gegenwärtig im Museum auf der Wasserkuppe.
(auszugsweise aus FMT 11/1989)
 
Die Masse des Originals ...und des Modells
Spannweite1400 cm 333 cm
Länge630 cm 150 cm
Höhe140 cm 31 cm
Flügelfläche14.5 m²  
Leergewicht145 kg ca. 4.5 kg
Produktionszeit1935 - 1940 2014 - 2015
 
...und jetzt zum Bau
(Umgekehrt chronologisch, das Neueste steht immer oben!)
 
30. August 2015
Endlich der Erstflug!
Mit einem herzlichen Dank an Werner für die gefühlvollen Schlepps.
...und so sieht er fertig aus...
Mit einer Lötlampe das Blei schmelzen und dann in die Form giessen. Abkühlen lassen - fertig!
Kommentar von Rolf Senn:
Hallo Werner, seit langem wieder mal bei Dir in der "Werkstatt" vorbeigeschaut - Kompliment!!! Das kann ja nicht mehr lange bis zum Erstflug dauern
Besten Dank für den Tipp mit der selbergebauten Schwerpunkt-Waage! übernehme ich doch glatt - die besten Erfindungen sind immer bestechend einfach.
Herzliche Grüsse und alles Gute für den Finish!
Rolf
Mai 2015
 
Für das zusätzliche Blei baue ich eine Form aus den ersten beiden Rumpfspanten, in die das Blei gegossen wird und somit soweit vorne wie möglich im Rumpf liegt.
Hier hängt er schon ganz schön da, hat aber noch einen Becher mit 400g Blei auf der Nase!
Bei Bedarf klemmt man jetzt die beiden Latten mit Schraubzwingen an den Werktisch, stellt mit zwei Winkeln die geforderte Flächentiefe ein und legt dann den Flieger auf die Gummispitzen auf.
Nun zum Auswiegen: Auch hier habe ich seit Jahren schon ein praktisches Hilfsmittel, bestehend aus zwei ca. 80cm langen Holzlatten. Die wurden mit einem Papier-Cm-Band (aus dem bekannten Möbelhaus, fängt mit "I" an und hört mit "ea" auf!) beklebt. Beim 0-Punkt jeweils ein Holzdübel eingeklebt und ein Aufsteck-Radiergummi aufgesteckt.
Hier sind sie schonmal montiert. Die Verkleidung kommt selbstverständlich auch - aber etwas später!
April 2015
 
Jetzt geht's an die Flächenstreben. Da verwende ich Gewindestäbe 5mm. Die Enden wurden jeweils erhitzt und um 90° gebogen, dass man sie am Rumpf und am Flügel verschrauben kann. Dann bei ca. 3/4 geteilt und auf die ungefähre Länge (etwas knapper) gekürzt. Nun werden beide Teile wieder mit einer Gewindehülse verbunden, so kann ich die Länge und Spannung der Verstrebung nach Wunsch einstellen.

Hallo Meister Kamphausen,
ich habe Ihre WOLF Seite erst heute durch Zufall entdeckt.
Wir haben in den letzten vier Jahren den einzigen, fliegenden Original WOLF restauriert und er ist jetzt so gut wie fertig.
Wenn es Sie interessiert fm-hahnweide.de, bzw. die Werkstattbilder.
Mit freundlichen Grüßen
Hellmut Hirth
Da bleib selbst ich ohne Worte...
Vielen Dank und viele Grüsse nach Kirchheim

Und beim Rumpf ist der Anfang gemacht. Durch die Grundierung sieht man's nicht besonders gut aber der Pylon ist schon fertig.
Die Flügel sind geschafft!

Kommentar von Fredi:
Schöne Sache, Werner! So eine tolle Werkstatt und so viel Geduld wie du hätte ich auch gerne!
Gruss Fredi
Vielen Dank für die Blumen. Jetzt muss er nur noch fliegen...

Hier bin ich am Randbogen des Querruders. Da ist Sorgfalt gefragt. Aber beim Oratex haben sie etwas geändert, das geht jetzt super zu ziehen und um die Rundungen zu bügeln.
Bespannen macht einfach Spass - da ist der Flieger bald fertig!
März 2015
 
Den Rumpf habe ich ich hellem Beige grundiert, dann soll er mit Oratex bespannt werden. Mit der Kabine hab ich das schonmal probiert.
28. Februar 2015: Rohbaufertig!
Auch zum Kleben der Rippengurte verwende ich dort, wo Klammern nicht gehen, lieber Malerkrepp als Stecknadeln.
 
Und das Ganze jetzt noch drei mal!
Hier sieht das schonmal recht gut aus. Die Gurtecken sind auch schon geklebt, jetzt fehlen nur noch die Rippengurte.
Das Verleimen der Beplankung geht recht einfach, wenn man die Brettchen mit genügend Malerkrepp sichert und dann gut trocknen lässt.
Das nächste ist vor dem Beplanken das Verschleifen der Hilfs-Nasenleiste.
So sieht das dann fertig aus.
Zum Schneiden der Schlitze für die Ruderscharniere habe ich mir wieder ein kleines Hilfsmittel angefertigt. Damit ist die gleiche Höhe auf der Flächen- sowie der Ruderseite gewährleistet.
Februar 2015
 
Man glaubt fast, es ginge nichts weiter! Aber jetzt gibt's halt sehr viele zeitintensive kleine Arbeiten. Zunächst werden auf die Querruderrippen die Rippengurte aufgeklebt. Dies muss sehr sorgfältig gemacht werden, denn das trägt sehr zur Stabilität bei. Man muss sich dass wie lauter kleine Doppel-T-Träger vorstellen. Sauber verschliffen sieht das dann auch super aus.
Kommentar von Alex:
Hallo Werner
Super Blog. Ich freue mich schon, den Flieger in der Luft zu sehen.
Liebe Grüsse, Alex
Fast fertig!
Auch hier habe ich die Endleiste mit Kohlerovings verstärkt.
Fräsen der Querruderleisten - und dann schon im Bau. Kleine Rillen in den Holm gefeilt erleichtern die Rippenpassung ungemein.
Jetzt natürlich gleich die obere Endleiste im gleichen Arbeitsgang geklebt und mit Klammern gesichert.
Dann die Endleiste mit Kohlerovings verstärkt. Rovings aufgelegt und mit Tesa links und rechts der Leiste gesichert und mit Harz getränkt.
Weiter ging's dann an den Flügeln: Zunächst die Randbögen eingepasst.
So sieht das Teil jetzt fertig aus, mit unsichtbaren Schrauben! (Nur noch schleifen)
Heute endlich mal die Kufe am Rumpf gebastelt. Die besteht aus 3 Lagen 1.5er Sperrholz. Dabei habe ich die erste Lage geklebt und dann mit kleinen Senkschrauben gesichert. Anschliessend Lagen 2 und 3 draufgeklebt.
Jan. 2015
 
Einbau der Holmverkastung, beidseitig mit 1.5mm Sperrholz.
...und zum Schluss natürlich noch der Funktionstest - läuft!
So wird die Klappe eingesetzt, das Gestänge ist bereits angebracht.
Jetzt noch ein paar Detailaufnahmen vom Klappeneinbau. Da hier keine allzu grossen Kräfte auftreten, habe ich das Klappenservo in die Verkastung (hier Sperrholz) eingebaut. Rechts das eingeklebte Klappenlager.
Alle 25 Rippen einer Hälfte geklebt und die Nasenleiste angebracht.
Die Fläche wird auf dem Rücken gebaut, weil sie auf der Oberseite absolut gerade ist, die Unterseite ergibt sich dann.
Hier die ersten Schritte an einer Flügelhälfte. Auch wenn nichts genaues darüber im Plan steht, habe ich Bremsklappen konstruiert (Danke Leo, für deinen Input.)
Die Nase wurde vor dem Kleben mit 500 g Blei gefüllt, leider gibt's vom Bleigiessen keine Bilder. Somit ist der Rumpf rohbaufertig.
Dez. 2014
 
Die Leitwerke habe ich schonmal mit Oratex naturweiss bespannt, da sieht man im Licht die Konstruktion sehr schön.
Und hier ist das Teil rohbaufertig. Nur noch schleifen und Scharniere einkleben.
Wenn's schön sein soll, gibt's Arbeit.
Die ersten Klebungen am HLW.
Bald fertig mit der Rumpfbeplankung!
Heute den Pylon gebastelt und schon mal die Teile vom HLW gefräst.
Zwischendurch noch die Anschluss- und Wurzelrippen gefräst.
Die Kabine gebastelt und die übrigen Gurte eingeleimt. Jetzt geht's bald ans Beplanken.
Hier wird die untere Beplankung aus 1 mm Sperrholz geleimt.
Dann das Servobrett gefräst und geleimt und die Bowdenzugröhrchen ausgerichtet und fixiert.
Nov. 2014
 
So, weiter geht's. Noch kurz die Web-Seite umgebaut, so wird's einfacher zum Lesen.
Zunächst die Schleppkupplung eingeharzt.

Kommentar von Fredi Wiegisser:
Ich verfolge immer mal wieder deinen Bericht hier und finde es sehr beeindruckend, mit welcher Professionalität und mit wie viel Herzblut du das Teil zusammenbaust. Mein Respekt, denn für so ein grosses Projekt hätte ich weder die Einrichtungen dazu, noch die Geduld und die Nerven für die Durchführung. Es ist immer wieder super zu erkennen, wie vielfältig doch unser Hobby sein kann! Ich freue mich auf weitere Bilder.
Hoi Fredi, vielen Dank. Bald geht's hier auch weiter, mir ist noch ein kleines Projekt "dazwischen gerutscht".

1. März 2014
 
So, hier das fertige Seitenleitwerk, ein riesiges Teil.

Kommentar von Rolf Senn:
Freue mich über Deinen laufenden Baubericht und bin gespannt auf die weiteren Folgen ! Jedenfalls wünsche ich Dir viel Freude und gutes Gelingen!
Kleine Frage: Hast Du die Spannten selber gefräst? CNC?
Hallo Rolf, vielen Dank für deinen Kommentar und hier die Antwort auf deine Frage.
Mein Motto:
schön gezeichnet = halb gefräst!
...und sauber gefräst = halb gebaut! Hier schon das halbfertige Seitenleitwerk.

Zum Leistenbiegen habe ich mir dieses kleine Hilfsmittel angefertigt.
Erst wird der zu biegende Leistenabschnitt über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht. Dann habe ich die Leiste über den entsprechenden Radius gelegt und mit der gewünschten Biegung festgehalten und trockengebügelt - fertig!

Hier ist bereits die Innenkufe verleimt.
Wenn die Kiefernholme sorgfältig vorgebogen sind, gibt's beim Verleimen keinen Verzug.
 
Der Rumpf wird auf dem Rücken aufgebaut. Um das Teilen der Spanten zu vermeiden, habe ich erst eine stabile Helling gebaut.